Pinocchios Reisen

Zelt & Co.


Aufs Dach

Stell Dir vor, draußen regnet es Katzen und Hunde, aber es kann Dir scheißegal sein. Als ich '98 in Uppsala/Schweden eingeregnet war, trennte mich die Wirklichkeit noch ein ganzes Stück von dieser Vorstellung. Ich lag in meinem Mont Blanc 2 und hatte die kritischen Punkte der Außenhülle bereits mit einem Müllbeutel abgedeckt, doch es kleckerte trotzdem munter ins Zeltinnere. Außerdem frage ich mich bis heute, wie die dünnen Glasfiberstangen den Schauerböen standhalten konnten.

Bei meiner zweiten großen Fahrt, diesmal nach Island, ließ ich mich dann auf keine Experimente mehr ein. Das Hilleberg Staika (s.o.) versprach konstruktionsbedingt eine extrem hohe Sturmfestigkeit sowie Regendichtigkeit. Außerdem sollte es für eine Person leicht auf- und wieder abzubauen sein.

Ich besorgte mir das Modell in Rot, damals für satte 1999 DM, und machte mich alsbald per Fähre auf nach Island. Auf der Zwischenstation auf den Färöer Inseln hatte ich dann das erste Mal die Gelegenheit, das Zelt auf seine Regendichtigkeit zu prüfen, und es war tatsächlich dicht! Zudem wehte ein kräftiger Wind, was die Kuppelkonstruktion aber erwartungsgemäß nicht beeindruckte. Außerordentlich praktisch fand ich die Eigenschaft, daß man das Innenzelt bequem ausknöpfen und zusammenpacken kann, während das Außenzelt dank des außen verlaufenden Gestänges weiter stehenbleibt. So kann man geschützt vor dem Regen in Ruhe seine Utensilien zusammensammeln, ehe man ganz zum Schluß das Außenzelt einrollt und einfach aufs übrige Gepäck schnürt. Das spart Nerven.

Einziger Negativpunkt ist, daß beim Öffnen des Eingangs stets ein paar Tropfen vom "Häubchen" ins Innere rieseln. Das ist angesichts des ausgezeichneten Gesamteindrucks aber durchaus zu vernachlässigen. Außerdem ist das Häubchen verantwortlich für die sehr gute Be- bzw. Entlüftung, was der Ansammlung von Kondenzwasser auf der Innenseite vorbeugt. Ich möchte es also auf keinen Fall missen.


Pennbüddel

Ajungilaks Tyin Winter ist und bleibt das Referenzmodell
unter den Kunstfaserschlafsäcken. Mollig warm, pflegeleicht
und dank des Kompressionssacks klein zu verpacken -
meiner Meinung nach gibts keinen besseren. Der
Komfortbereich soll bis -15°C betragen, was ich einmal im
Winter ausprobieren wollte. Bei um die O°C fror ich dennoch,
weil ich unzureichend für eine Isolation zum Boden hin
gesorgt hatte. Ich hatte lediglich eine dicke Therm-A-rest-
Matratze unter mir, und logischerweise kann der Schlafsack
dort, wo er zusammen-geknautscht ist, nicht isolieren. Also
kroch die Kälte vom Boden alsbald durch die Matratze in
mein Kreuz und sorgte so für arge Verspannungen am
nächsten Morgen. Es empfiehlt sich also, als zusätzliche
Trennschicht zum Boden beispielsweise seine Motorradkombi
oder eine Schaumstoffmatte unter die Matratze zu legen, um
dieses Problem zu beheben.


Matratze

Wie man sich bettet, so liegt man. Am besten tat ich das bisher auf meiner
Therm-A-rest. Mittlerweile bietet aber nicht nur Therm-A-rest diese genialen flachen, selbstaufblasenden Luftmatratzen an. Längst haben auch andere Anbieter mit zum Teil verbesserten Modellen nachgezogen, so daß man die Qual der Wahl hat. Allen Marken gemein ist aber, daß sie uneingeschränkt bequem und bewegungsneutral sind. Zudem begeistern sie durch ein geringes Packmaß und eine gute Isolation. Schaumstoffmatte go home!


Küche

Um mir mein Süppchen zu kochen, nutze einen Gaskocher von Campingaz, der folgende Vorteile bietet: Man kann ihn dank kleiner, gut kontrollierbarer Flamme auch im Zelt betreiben, er ist leise, und Ersatzkartuschen sind außer in der Wüste und an den Polen überall erhältlich. Nachteile: Im Vergleich zu Mehrstoffkochern eine geringe Wärmeleistung und hohe Windempfindlichkeit.

Im Zweifelsfall rate ich eher zu einem Mehrstoffkocher. Ich habe leider noch keine eigenen Erfahrungen mit diesen Geräten sammeln können, allerdings weiß ich, daß beispielsweise Kocher von Primus oder MSR eine gute Wahl darstellen. Wer einen Mehrstoffkocher erwirbt, sollte sich im Klaren darüber sein, daß bei jedem Kaltstart zunächst eine Stichflamme erscheint, die erst nach einigen Sekunden herunterreguliert werden kann. Also niemals im Zelt benutzen!

Bei Pütt un Pann (zu hochdeutsch: Töpfe und Pfannen) gibt es eine fast unendliche Auswahl. Wichtig bei der Wahl des richtigen Kochgeschirrs ist, daß die Gefäße nicht vom Kocher rutschen dürfen (strukturierte Unterseite), sie die Wärme gut verteilen und womöglich antihaftbeschichtet sind. Zudem müssen sie anständige Haltegriffe besitzen. Stahl oder Titan sind meiner Meinung die besten Materialien, von Aluminuim rate ich wegen des Abriebs ab.

 

 

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