Pinocchios Reisen

Das Gepäck


Geht nicht, gibts nicht

Meine Baggage umfaßt ein Zelt, eine Matratze, einen 5 Liter-Kanister, zwei 50 Liter-Packsäcke, zwei 20 Liter-Packsäcke, einen 60 Liter-Trekkingrucksack und einen 100 kg-Sack, der vorne sitzt und lenkt. Wie in Gottes Namen habe ich das nur alles draufbekommen?

Sicherlich gelangt jeder im Laufe der Zeit einmal zu seiner eigenen Strategie, wie er oder sie am effektivsten das Reisegepäck auf dem Roller verstaut. Manche greifen auf Topcases zurück, andere verstauen ihre Siebensachen im Beiwagen, und wiederum andere machen durch abenteuerlich geschweißte Trägerkonstruktionen auf sich aufmerksam. Piaggio macht es einem mit seinem üppigen Zubehörangebot leicht, sein Moppl auf die Schnelle reisetauglich zu machen. Einfach für vorne und hinten einen Gepäckträger kaufen, anschrauben, beladen, losfahren. So auch bei mir geschehen. Da ich aber das zulässige Gesamtgewicht noch nicht erreicht hatte, suchte ich nach weiteren Packnischen - und fand sie - auf dem Rücksitz und im Durchstieg.

Die erste Abbildung zeigt ein Querbrett, das auf dem Soziussitz verzurrt wird, und mit dessen Hilfe ich mein Packvolumen um bis zu 150 l erhöhen kann.

Es hat die Maße 60 x 17 x 1,2 cm und besteht aus wetterfestem Kistensperrholz. Durch die mittleren Lochpaare (alle Bohrungen Durchmesser 1 cm) werden kurze Seilenden gesteckt und an den Haltegriffen der Sitzbank verknotet. Das Brett ist nun fixiert. An den äußeren Bohrungen werden mittels zweier Gummiseile die 20 l-Taschen hängend befestigt. Anschließend kann der 50 l-Sack quer auf das Brett gelegt und ebenfalls festgeschnürt werden. Generell geht das am besten und sichersten mit Zurrgurten, da sie unkompliziert und schön fest sind. Ich habe schon darüber nachgedacht, nachträglich die äußeren Bohrungen an meinem Querbrett in schmale Schlitze umzusägen, damit ich dort anstelle der Gummiseile insgesamt vier Gurte zur Befestigung der kleinen Säcke durchziehen kann.
Auf den großen Packsack kann ich nun noch den Trekkingrucksack legen und ihn mit einem zweiten Paar Gurte verzurren, und fertig. Das versprochene Plus an Packvolumen ist somit erreicht.

Der Durchstieg ist geradezu prädestiniert für die
Unterbringung eines Reservekanisters, auch wenn
das von gewissen Kontrollorganen nicht sehr gern
gesehen wird. Mir persönlich ist das aber noch nie
zum Verhängnis geworden und vielen anderen, die
ich kenne, ebenfalls nicht. Wieder ein Stück Eigen-
bau, denn ein perforiertes Blech wurde einfach an den
Schrauben befestigt, die sonst nur für die Plastik-
verkleidung gedacht sind. Von diesem Blech aus können Abspannungen über den Kanister gezogen werden, die ihn letztlich halten. Zu Pinocchios 80er-Zeiten
erweiterte der Kanister die Reichweite von 160 km auf ganze 250 km. Das reichte, um Island einmal von Süd nach Nord zu durchqueren. Wie sich das beim 200er-Aggregat verhält, habe ich noch nicht ausgetestet. Ich befürchte aber, daß ich mir eine Nische für einen weiteren Kanister suchen muß. Wer mir diesbezüglich Rat erteilen kann, ist herzlich eingeladen, sich bei mir zu melden :-)

Alle übrigen Gepäckstücke finden ohne weiteres auf den Gepäckträgern Platz. Vorne das Zelt + Matratze (vor Regen geschützt durch einfache Mülltüten), hinten der zweite 50 l-Sack und ggf. noch etwas Leichtes oben drauf. Fertig ist das Lastenmuli.

Ich weiß nicht, ob ich zum Fahrverhalten in beladenem Zustand noch etwas sagen muß... Probiert es einfach aus, und Ihr werdet sehen, daß es auf Dauer sehr viel Spaß machen kann, so ein Trumm über den Globus zu steuern.


Noch kurz zu den Taschen

Meine Packsäcke sind von Ortlieb bzw. Vaude. Durch den Wickelverschluß sind sie schwimmdicht und außerdem sehr stabil, leicht und flexibel. Extreme kälte macht dem Material nichts aus, ebenso wie leichter Bodenkontakt bei einem Sturz. Falls doch mal ein Loch drin sein sollte, läßt es sich mit einem geeigneten Reparaturset flicken. Für mich gibt es keine bessere Packlösung als diese Taschen.
Falls man in ihnen seine halbtrockene Wäsche aufbewahrt (was bei Rollerreisen öfter vorkommt als einem lieb ist), empfiehlt es sich, die Säcke in regelmäßigen Abständen ganz zu entleeren und auslüften zu lassen. Damit vermeidet man Schimmelbildung.
Seit einiger Zeit gibt es von Ortlieb das Rackpack.
Hier befindet sich der Wickelverschluß im Gegen-
satz zu den konventionellen Säcken nicht am Ende
sondern verläuft längs zur Tasche. Das hat den
Vorteil, daß man auf der Suche nach den frischen
Unterhosen nicht den kompletten Inhalt durch-
wühlen muß, ehe man sie findet.


Abhängig von der Reisedauer bzw. dem Ziel habe ich immer entweder einen Trekkingrucksack (Tatonka Kimberley 60) oder ein Daypack (Salewa Summit 30) dabei. Den Trekkingrucksack, falls mehrtägige Wanderungen abseits aller Straßen und ohne Pinocchio geplant sind, oder das Daypack für Tagestouren in die Stadt und ins Gelände. Während der Fahrt trage ich sie natürlich nicht auf dem Rücken, sondern schnüre sie mit aufs übrige Gepäck, um Verspannungen zu vermeiden. Sinnvoll sind Regenhauben, mit denen man seinen Rucksack (der niemals ganz regendicht sein wird) sicher vorm Mistwetter schützt. Entweder näht man sich bei entsprechendem Geschick aus einem geeigneten Material selbst ein Häubchen, oder man besorgt sich eins. Mit den Hüllen von Globetrotter Ausrüstungen habe ich schlechte Erfahrungen gemacht. Meine riss nach kurzem Gebrauch ein. Später kaufte ich mir beim nächstgelegenen BW-Laden eine Hülle der Marke Miltec, die einen wesentlich stabileren Eindruck macht.

Beim Kauf, des richtigen Rucksacks kann man viele Fehler machen. Besonders beim Trekkingrucksack gibt es aufgrund des höheren Gewichts einige Punkte zu beachten. Folgender Link ist recht informativ und hilft einem in dieser Frage weiter:

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Kartenhalter

Wer nicht an jeder Kreuzung anhalten und die Handschuhe ausziehen will, um die Karte aus dem Handschufach zu fummeln, für den gibt es eine simple Lösung:
Ein Kartenhalter auf dem Lenker.
Wer an seiner Vespa eine Windschutzscheibe
angebaut hat, befindet sich auf der Suche nach
Befestigungspunkten klar im Vorteil. Auf meinen
bisherigen Reisen hatte ich die Karte einfach in
einen wiederverschließbaren Gefrierbeutel
geschoben und diesen an den beiden Stangen, die
die Scheibe halten, mit reichlich Tape festgeklebt.
Das hielt mindestens für die Dauer einer Reise,
die Karte war vor Feuchtigkeit geschützt, und ich
fand auf einen Blick die richtige Route.
Ich tüftle aber mittlerweile an einer langlebigeren
Konstruktion aus Plexiglas, an der womöglich eine
kleine Leuchte und ein Kompass angeklemmt
werden können (rechte Zeichnung).

 

 

 

 

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